• Gesine Schulz

Autorinnen S–Z


Sander, Helmut:

Marion Burg. Pseudonym Helmut Sander. Veröffentlichte unter beiden Namen.

Zwischen 1949 und 1969 über zwanzig Heft- und Leihbücherei-Romane. Überwiegend Schicksals- und Liebesromane.


Gelbe Rosen für Cornelia. Kriminalroman / Helmut Sander. Schwabach: Pfeil-Verlag, 1951. 250 S.


Das Schicksal greift nach Marianne. Liebes- u. Kriminalroman / Helmut Sander. München: Kindler und Schiermeyer Verlag, 1951. 64 S. (Farbige Romane, Nr. 32)



Sander-Weiß, Hela

*24. März 1879 Heide auf Lüttenheid in Dithmarschen/Holstein - 1952

Pseudonym von Helene Weiß, geb. Krüger

Heimatschrifttum, Tiergeschichten, Gedichte, Märchen und Erzählungen in platt- und hochdeutscher Sprache. Lebte in der 1930er Jahren in Hornau/Taunus, Anfang der vierziger Jahre in Frankfurt/M.

Mutter des Schriftstellers Walter Ludolf Eduard Gebauer (gelegentliches Pseudonym: Walter Delft), *21. August 1903 Heide - etwa 1968, der in 2. Ehe "mit Lotte, geb. Günther (Verlegerin)" verheiratet war.


Die Maske ab, Dr. Hull. Kriminalroman / Hela Sander-Weiß. Berlin: Auffenberg, 1937. 254 S.



Sanders, Jack

Pseudonym von Idett Köhler


Der geheimnisvolle Schatten. Kriminalroman / Jack Sanders. Zürich: Verlag der Perez Kriminalromane, J. Binggeli, 1949. 195 S.


Der lächelnde Tod. Kriminalroman / Jack Sanders. Zürich: Verlag der Perez-Kriminalromane, 1958. 191 S. (Perez-Kriminalromane)



Schieker-Ebe, Sofie

*12. Februar 1892 Ulm - 1970

Sofie Schieker, geb. Ebe. Veröffentlichte unter Sofie Schieker-Ebe.

Schriftstellerin, Lektorin. Schrieb überwiegend Jugend- und Mädchenbücher; Romane, Novellen.

Lebte Ende der 1930er Jahre in Stuttgart, Anfang der 1950er in Gerlingen bei Stuttgart. Seit 1948 Lektorin im Jugendschriftenverlag D. Gundert, Stuttgart.


Das Haus Nr 100. Beinahe eine Kriminalgeschichte / Sofie Schieker-Ebe. Stuttgart: Thienemann, 1951. 133 S. -- Die Erzählung zielt auf eine doppelte Frage: Wie bestehen die beiden jungen Menschen jene Stunde, in der sie dem gegenübertreten, der zwar schuldig geworden, dann aber auch wie alle Menschenkreatur "der Pein überlassen" worden ist? Und: Wie besteht dieser selbst, in den letzten Minute auf der scheinbar geglückten Flucht "gestellt", jene Stunde?... (aus dem Klappentext).


Was tun, Sibylle? Abenteuer eines jungen Mädchens / Sofie Schieker-Ebe. Stuttgart: Verlag Silberburg, 1930. 136 S.

Erfolgreiches Jugendbuch, das zahlreiche Auflagen erfuhr (72.-76. Tausend, 1954), übersetzt und auch verfilmt wurde. Aus dem Klappentext der 2. Auflage 1931:

"...darf man ohne Übertreibung als das zeitgemäße Jungmädchenbuch bezeichnen. Seine Gestalten sind von einer Lebendigkeit und Jugendfrische, die unmittelbar anspricht und gerade den jungen Menschen begeistern muß."


Was tun, Sibylle? Abenteuer eines jungen Mädchens / Sofie Schieker-Ebe. Autorisiert für den Schulgebrauch mit Erläuterungen versehene Ausgabe von A. Lobstein, 2. Aufl. Groningen, Batavia: Wolters, 1936. 121 S.; kl. 8 - Mit einer Beilage, Wörterverzeichnis. 14 S. (Unsere Jugendbibliothek)

-- 9. (erweiterte?) Auflage 1963


SCHULAUSGABEN

Was tun, Sibylle? / Sofie Schieker-Ebe. Med kommentarer utg. av Stig Watz. Stockholm: Fritzes, 1960. 130 S. – Kommentiertes Lehrbuch für die Mittelstufe.


Was tun, Sibylle? Sofie Schieker-Ebe. Autorisierte, für den Schulgebrauch mit Erläuterungen versehene Ausgabe von J. Lobstein. Groningen: J. B. Wolters, 1935. 122 p. (Unsre Jugendbibliothek; vol. 1935: 1)

Met afzonderlijk Woordenlijst. 14p.(Mit separatem Glossar.) Diese Ausgabe erlebte mindestens sechs Auflagen.


ÜBERSETZUNGEN

Finnisch:

Reipas Sibylle. Tyttöromaani / Sofie Schieker-Ebe. Suomentanut Salme Sadeniemi. Helsingissä: Otava, 1954. 125 S.; kl. 8 (Tyttöjen Kirjasto) -- Orig.: Was tun, Sibylle?


Holländisch:

Wat nù, Sibylle? / door Sofie Schieker-Ebe; opnieuw in het Nederlands bewerkt door Jur. Meester. 2. Aufl. 's-Gravenhage: G.B. van Goor, 1951. 136 S. (Sibylle-serie) -- Orig.: Was tun, Sibylle? -- Die erste holländische Auflage erschien 1932.

Norwegisch:

Sissel Brant / Sofie Schieker-Ebe; oversatt av Aud Liberg. Oslo: Aschehoug, 1934. 125 S. -- Orig.: Was tun, Sibylle?


Schwedisch:

Sibylle Brant: en ung flickas äventyr / Sofie Schieker-Ebe; översättning av Ingrid Berg. Stockholm: Wahlström & Widstrand, 1931. 146 S. -- Orig.: Was tun, Sibylle?


VERFILMUNG

Was tun, Sibylle? (Später umbenannt in: Jugend von heute) UFA 1938. Regie: Peter Paul Brauer. Drehbuch: Heinz Bierkowski und Wolf Neumeister, nach dem Buch von Sofie Schieker-Ebe. Mit Jutta Freybe, Hermann Braun, Christine Grabe, Karlheinz Sedlak, Hans Otto Gauglitz and Charlotte Schellhorn. 86 Min. schwarz-weiß.

Inhalt: "In der Klasse von Prof. Fromann am Humboldt-Lyzeum in Dresden herrscht großer Zusammenhalt. Doch eines Tages wird diese Harmonie durch ein Ereignis gestört. Es verschwindet ein Zehnmarkschein, den Sibylle Brant unter den Rand ihres Tintenfasses gesteckt hat. Da lässt Helene Seiff ein Buch fallen, und der Geldschein fällt heraus. Obwohl sie beteuert, nichts davon gewusst zu haben, schickt Fromann sie bis zur Klärung der Sache nach Hause. Weil Sibylle aber Angst um die Freundin hat, bittet sie ihren Lehrer, ihr einen beruhigenden Brief zu schreiben. Mit viel Mühe gelingt es schließlich, die Mitschülerin Käthe zu einem Geständnis zu bringen. Sie hat das Geld genommen, um ihrem Bruder zu helfen, der von Kameraden erpresst wird." Quelle: www.filmportal.de.


Im Herbst 1938 lief der Film in New York an, in einem Kino an der 86. Straße, in Yorkville, einem damals von vielen Deutschstämmigen bewohntes Viertel.

Frank S. Nugent schrieb am 5. November 1938 in seiner Filmkritik in der New York Times: "...gripping story of the empirical test of a kindly and intelligent professor's theory of confidence and mutual understanding (...) It may be objected that girls and boys of high school age are hardly likely to take the theft of a banknote quite so tragically, but on the other hand every movie patron knows that most scenarists build their structures upon the unusual, not the commonplace. (...) Incidentally, the doctrine expounded scarcely fits in with the Nazi theory of iron discipline from the cradle to the grave."


SEKUNDÄRLITERATUR

Dallmann, Johanna: Tyska examensuppgifter Sofie Schieker-Ebe, Was tun, Sibylle? Ed. Stig Watz (Buchbesprechung). In: Moderna språk. Saltsjo-Duvnas, Bd 56 (1962), 1, S. 97-


Rotten, Elisabeth Friederike: Sofie Schieker-Ebe – Sibylle blickt ins Leben. Eine Jungmädchengeschichte. In: Das werdende Zeitalter. Eine Zeitschrift für Erneuerung der Erziehung, X, 1931, 617-618.



Schöler, Ellen

>> siehe: Riccard, Ernest (Pseudonym)



Schöttle, Rosemarie

>> siehe: Shot, Dorothy (Pseudonym)



Shot, Dorothy


*14. Juni 1926 Karlsruhe

Rosemarie Schöttle; veröffentlichte (auch) unter den Pseudonymen Dorothy Shot und Dorothea Clemens.


Journalistin u. a. für die "Badische Zeitung", Schriftstellerin.

Lebt(e) in Mannheim. Verheiratet mit Manfred Schöttle.

Ihr Bestsellerroman "Zeit, die auf mich wartet" (Hoffmann und Campe, 1971) erschien als Fortsetzung in der Sonntagsbeilage der "Süddeutschen Zeitung".


Die Lösung steckt in der Soutane. Roman / Dorothy Shot. Regensburg: Habbel, 1966. 162 S.

Anfang des Kriminalromans:


Der junge Kaplan aus Hamburg ging den Grasweg entlang, der zu dem abseits gelegenen Pfarrhaus seines Freundes, des Ehrwürdigen Georges Smith, führte. Es stand niedrig und geduckt zwischen windzerzausten Bäumen an der steilabfallenden zerklüfteten Küste, hier in dem weltentlegenen Dorf St. Patrick North, nahe der Stadt Galway, im Westen Irlands.





Dass geistliche Herren als Amateurdetektive auftreten, sei nicht Neues mehr, meint Gisela Höngesberg (Stadtbücherei Essen) in ihrer Rezension. "Hier scheint mit der Figur eines irischen Kaplans ein neuer Serienheld ins Leben gerufen zu sein."

Ein Irrtum wie sich herausstellte; zumindest hat die Autorin keinen weiteren Kriminalroman veröffentlicht.

Der Rezensentin gefallen die "deftigen Randgestalten" sowie die "typische und gut gezeichnete Atmosphäre von Land und Leuten", die "dem inhaltlich sonst schematisch aufgebauten Krimi" in ihren Augen eine "liebenswerte Note" verleihen .

(In "Buch und Bibliothek", Band 19, 1967)


Soja, Else

*22. November 1900 -

Else Soja, geb. Plenk. Taufnamen: Else Hermine Nora (Else Hermine, Else Nora).

Veröffentlichte auch unter Else Soja-Plenk.

Um 40 Romane, Heftromane, Erzählungen erschienen zwischen 1936 und 1975.

Lebte in den vierziger und fünfziger Jahren in Wien, um 1958 in Wien XIII, Fleschgasse 15.


Mord auf der Rennbahn. Spannender Sensationsroman / Else Soja. Wien: Hönig. 1949. 48 S. (Der Zeit-Roman, Nr 15)


Stackelberg, Freda von

* 29. Juli 1929 Pernau/Estland - (um 2006) München(?)

Baronin Frede-Ilse (Fanny Erika) von Stackelberg-Treutlein, geb. von Stackelberg.

Veröffentlichte ihre ersten beiden Kriminalromane unter dem Pseudonym Harry Genter.


Die Freundin des Arztes. Kriminal-Roman / Harry Genter. München: Goldmann, 1964. 181 S. (Goldmann-Kriminalromane; K 411) und (Goldmanns Taschen-Krimi; 1291)


Mordfall am Stachus. Kriminalroman / Freda von Stackelberg. München: Goldmann; Wollerau/Schweiz: Krimi Verlag, 1967. 173 S. (Goldmann-Kriminalromane; K 609) und

(Goldmann-Taschenkrimi; 3006)


Tödlicher Fasching. Kriminalroman / Harry Genter. München: Goldmann, 1965. 181 S. (Goldmann Taschen Krimi; 2124)

München . . . Schwabing . . . Atelierfeste im Fasching . . .

Ein Gast erhält eine mysteriöse, telefonische Nachricht: „Zwei Kisten zu 40 Stück!“ - Ein Geheimnis? Wenig später sind Hände des Mannes seltsam verkrampft. Oberamtmann Baumann sieht zunächst nur den Messergriff, der aus der Brust des Mannes ragt… (Rückentext)

Oberamtmann Baumann ist der ermittelnde Kriminalbeamte und wird im Buch überwiegend (oder immer?) als "der Oberamtmann" bezeichnet.

AUSZEICHNUNG

Edgar-Wallace-Preis 1967 (3. Platz, 1.500 DM) für das unveröffentlichte Manuskript von "Mordfall am Stachus". Die Auswahl erfolgte laut Goldmann Verlag aus 183 Manuskripten.



Tergit, Gabriele

*4. März 1894 Berlin - 25. Juli 1982 London

Redakteurin, Gerichtsreporterin, Feuilletonistin, Romanautorin.

Pseudonym von Dr. phil. Elise Reifenberg, geb. Hirschmann. Weitere Pseudonyme: Irene Bersill, Lyonel, Lilly Stock, Christian Thomasius.

Ausführlicher Eintrag >> https://www.krimifrauenlexikon.de/post/gabriele-tergit



Tomas, Marie

*30. Dezember 1898 (andere Quelle: 1894) Wien - 14. Februar 1964 Wien

Pseudonym von Marie Merta. Veröffentlichte unter den Namen Marie Merta, Marie Thomas, Marie Thoms, Marie Tomas, Marie Tomas-Merta

Schriftstellerin und Journalistin. Romane, Kurzgeschichten, Hörspiele, Essays; Ende der 1940er bis Ende der fünfziger Jahre zahlreiche Heftromane.


Menschen in Brand. Kriminalroman. Von Marie Tomas. Rothwasser/Oberlausitz: W. Nestler; Wien: W. Gritsch, 1940. 63 S.

Der Anfang von "Mord an Mr. White".





Mord an Mr. White. Von Marie Tomas. Wien: Kurt Klebert, 1948. 21 S. (Der Leseclub, Nr 2)



Volbehr, Lu

*5. Juni 1871 Nürnberg - 13. Januar 1945 Neustadt an der Aisch.

Julie ("Lu") Volbehr, geb. Scharrer. Schriftstellerin.

Stammte aus einer alteingesessenen Nürnberger Familie. Internate in Nürnberg und Stuttgart.

Heiratete 1892 den Kunsthistoriker Dr. phil. Theodor Volbehr (*1862-1931), Bibliothekar am Germanischen Nationalmuseum. Von 1892 bis 1923 war in Magdeburg tätig, u. a. als Direktor des städtischen Museums für Kunst und Kunstgewerbe, später Direktor des Kaiser-Friedrich-Museum.

Bis zu seiner Pensionierung lebte das Ehepaar in Magdeburg.

Um 1930 lebte Lu Volbehr in München.

1932 kehrte sie nach Nürnberg zurück. Dort wohnte sie am Neutorgraben, wo sie am 2. Januar 1945 ausgebombt wurde.


Lu Volbehr veröffentlichte zwischen 1913 und 1941 Dramen, Romane, Erzählungen.

Ihr zweiteiliger Nürnberg-Roman "Die neue Zeit" (1905) erlebte mehrere Auflagen. Darin beschreibt die Autorin „die Entwicklung des liberalen Zeitalters vom Einsetzen des wirtschaftlichen Aufschwunges an bis zur Reichsgründung von 1870“. Im zweiten Teil schildert sie „mit großer Liebe … Anna Rottmann, eine Vorläuferin der Frauenbewegung“. (Aus der Verlagsankündigung.)


Verwirrung im Jagdhaus. Kriminal-Roman / Lu Volbehr. Hamburg: Sauerberg, 1937. 330 S. (Die spannenden Magnet-Romane)


EHRUNG

1945 wurde in Nürnberg-Erlenstegen die Volbehrstraße nach der kurz zuvor verstorbenen Schriftstellerin benannt. (1933-1945 hieß die Straße nach Dietrich Eckart, "Mentor und weltanschaulicher Ideengeber Hitlers und 'Parteidichter' der NSDAP.)


SEKUNDÄRLITERATUR

Geissler, Max: Führer durch die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, 1913.


Imhoff, Christoph von (Hg.): Berühmte Nürnberger aus neun Jahrhunderten, 2. Aufl. 1989, S. 345.


Nürnberger Künstlerlexikon S. 1591 f.


Wiehle, Martin: Volbehr, Julie. In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): Magdeburger biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. Scriptum, Magdeburg 2002.



Wagner, Irmgard

>> siehe: Mandie, Maria (Pseudonym)



Walter, Edith

*5. Dezember 1927 Brünn (heute: Brno, Tschechien) - ?

Edith Walter. Veröffentlichte auch unter den Sammelpseudonymen Bert F. Island und Jerry Cotton.

Literarische Übersetzerin aus dem Englischen, Lektorin; zwei Jahre lang Lehrerin. Lebte Mitte der 1960er Jahre in Kelheim/Donau; (zuletzt?) in Unterhaching.

Veröffentlichte auch einen Spannungsroman.


Ihre biographische Notiz auf der Webseite der "Mörderischen Schwestern" lautete:

Verheiratet (gewesen), Sohn (Jurist), Tochter (Drehbuchautorin); erlernter Beruf: Lehrerin, aber nur zwei Jahre ausgeübt, weil sie sonst wahrscheinlich einen Schüler mit dem anderen erschlagen hätte -– welche abscheuliche Neigung zu ihrem späteren und noch immer ausgeübten Beruf führte: Übersetzerin, vor allem von Krimis, historischen Romanen und außer Science Fiction und Fantasy so ziemlich allen Genres, die es in der Belletristik gibt, ferner Bearbeitung von vielen Romanen.


(Foto privat)


Wie Irene Rodrian schrieb Edith Walter in den 1960er Jahren Folgen der Jerry-Cotton-Romane. Sie wechselte dann zur Reihe "Kommissar X", "weil man da – er ist ja ein Private Eye – noch größere Freiheiten hatte, außerdem zahlte Pabel besser als Lübbe."


Die Kommissar-X-Hefte, in deren Mittelpunkt der New Yorker Privatdetektiv Jo Walker steht, erschienen bis ca. Heft 622 unter dem Sammel-Pseudonym Bert F. Island.

Am 8. April 2005 war Edith Walter im Münchner Amerika-Haus eingeladen, wo ein Abend zu Ehren von Kommissar X und seinem Erfinder C. H. Guenter stattfand. Aus der Programminformation:

"Kommissar X"-Nacht: Der Erfinder der legendären Kommissar X-Romanhefte C.H. Guenter feiert seinen 80. Geburtstag und wir feiern mit. Oliver Bendixen, Polizeireporter des Bayerischen Rundfunks, liest aus C.H. Guenters Krimiroman "Der Mann aus dem Nichts". Danach Gespräch mit C.H. Guenter alias Bert F. Island, Barbera Menrad, Tochter von C.H. Guenter, Edith Walter, Kommissar X Autorin, und Josef Preyer, Oerindur Verlag.


Die Autorin besaß nur noch fünf Belegexemplare der von ihr geschriebenen Titel der Kultserien:

"Mehrere Umzüge und 'Verleihungen' haben das Schicksal der anderen besiegelt."

Daher lassen sich zur Zeit nur die unten aufgeführten Kommissar-X-Titel eindeutig Edith Walter zuweisen sowie ein Jerry-Cotton-Heft, das (allerhöchst-)wahrscheinlich von ihr stammt.

Edith Walter auf meine Frage, wie es mit ihr und Jerry begann:

"Hab mal in der FAZ eine Anzeige gelesen, die in etwa lautete: Verlag sucht für prominente Krimi-Serie Autoren mit flotter Schreibe etc. Da habe ich ein paar Seiten geschrieben und eingeschickt. Na und schon war ich drin bei Jerry Cotton. Hatte vorher keine Ahnung, dass es so eine Serie gibt, geschweige denn was gelesen. Vorgaben, was die Story anbelangt, hatten wir keine, nur dass es eben eine Story sein musste, die über mehrere Staaten ging, weil das FBI ja erst dann eingeschaltet wird."
"Damals war man mächtig stolz wenn man zu der Gruppe gehörte, die Jerry Cotton schrieb."

Die Angst war ihr Komplice / Bert F. Island. Rastatt: Pabel, 1966. 61 S. (Kommissar X, Nr. 367)


Cocktail aus blauen Bohnen / Bert F. Island. Rastatt: Pabel, 1966. 61 S. (Kommissar X, Nr. 390)


Inspiration für den Plot war vermutlich das Straßenraster in Manhattan.

Im Nachtclub Cinque spielt die Band zeittypisch einen "ekstatischen Twist".

Am Ende des Romans verpasst Edith Walter dem Privatdetektiv Jo Walker alias Kommissar X eine Erkenntnis. Die letzten beiden Sätze im Heft lauten:

Eine Frau, die zu ihm passen würde, müßte er sich schon malen lassen. Denn Papier war geduldig.



Haus unter scharlachroten Eschen. Roman / Edith Walter. Eschwege: Hans Bethke-Verlag, 1963. 287 S.

Englischer Titel des Romans: Shadows over Scarlet Ash. Englische und deutsche Fassung: Edith Walter. (Laut Rückseite des Titelblatts)

Spielt in Suffolk/England, überwiegend auf dem alten Herrensitz Scarlet Ash. Dorcas Berry, die Verlobte des Besitzers, wird erschossen aufgefunden und "Verdacht und Misstrauen vergiften das Leben auf Scarlet Ash" (so der Klappentext).


Heisse Nächte in Manhattan / Bert F. Island. Rastatt: Pabel, 1964. 63 S. (Kommissar X, Nr. 291)


Mordmotiv nach Maß geschneidert. Ein Kriminalroman, explosiv wie Dynamit. Bergisch Gladbach: Bastei-Verlag, 1966. 65 S. (G-man Jerry Cotton, Nr. 354)


Schade, dass du geboren bist! / Bert F. Island. Rastatt: Pabel, 1967. 60 S. (Kommissar X, Nr. 444)

Vom Schreiben zum Übersetzen:

"Bin aber nicht beim Schreiben geblieben, sondern bin zum Übersetzen abgeschwenkt, weil da die Honorare bombensicher waren. Übrigens habe ich für einen Jery Cotton 1800,-- DM und für einen KX 2000,-- DM bekommen. Die Übersetzerhonorare waren deutlich niedriger, aber eben bombensicher. Bei den Romanen hat man doch hin und wieder einen geschrieben, der  nicht angenommen wurde, und dann saß man da."

Die von Edith Walter aus dem Englischen und Amerikanischen übersetzten Titel sind Legion.


Weirauch, Anna Elisabet

*7. August 1887 Galați (dt. Galatz)/Rumänien - 21. Dezember 1970 West-Berlin

Anna Elisabet Weirauch. Veröffentlichte auch als A. E. Weirauch, Anna E.

Weirauch, Anna Elisabeth Weirauch, E. A. Weirauch, E. Weirauch, Anna Elisabeth

Weirauch; Sammelpseudonym mit Hans Vietzke: A. E. Ries(s).

Schriftstellerin, Schauspielerin. Um sechzig Romane (teils als Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen und Zeitschriften), Dramen.

Ihre Mutter, ebenfalls Schriftstellerin, stammte aus einer hugenottischen Pfarrersfamilie; der Vater soll der Gründer der Staatsbank (Nationalbank?) von Rumänien gewesen sein. Nach seinem Tod 1891 gingen Mutter und die (zwei? vier?) Schwestern zurück nach Deutschland, erst nach Thüringen, 1893 nach Berlin, woher die Mutter stammte.

Anna Elisabet ließ sich zur Schauspielerin ausbilden: 1904 (oder 1906) - 1914 am Deutschen Theater bei Max Reinhardt. In dem Stummfillm "Die Faust des Riesen" (1917) spielte sie an der Seite von Henny Porten.

War seit Mitt der 1920er Jahre mit der Niederländerin Helena Geisenhainer (* um 1897 - 10. August 1990) zusammen.

Lebten von 1933 - (1961?) in Gastag/Oberbayern. Andere Quelle: Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte sie mit ihrer Lebensgefährtin in München. 1961 kehrten beide nach Berlin zurück, wo sie im Käthe-Dorsch-Haus ein neues Zuhause fanden. (Die deutsch-österreichische Schauspielerin Käthe Dorsch hinterließ ihren Nachlass zur Unterstützung bedürftiger Künstler. Durch die Käthe-Dorsch-Stiftung konnten in den 60er Jahren mittellosen Schauspieler/innen, Maler/innen, sowie Sänger/innen im Käthe-Dorsch-Haus wohnen.)

Weirauch (und wohl auch Geisenheimer) liegen auf einem Friedhof in Berlin-Reinickendorf begraben.


Mindestens zwei ihrer Romane wurden verfilmt: "Die Kleine Dagmar" als gleichnamiger Stummfilm von Alfred Halm (1921) und "Das Rätsel Manuela" von Erich Engel als "Es lebe die Liebe" (1944) mit Johannes Heesters und Lizzi Waldmüller.

Ihr dreibändiger Roman "Der Skorpion" wurde mehrfach übersetzt und 1993 (dt.) und 1977 (engl.) neu aufgelegt.


Claudias grosser Fall. Roman / Anna Elisabet Weirauch. Hannover: Lehning, 1954. 140 S. (Das Lehning Buch, Bd. 46)


Dieser Roman der bekannten Unterhaltungsschriftstellerin Elisabet Weirauch erzählt die Geschichte eines tragischen Justizirrtums. Einige Menschen werden plötzlich vor die erschütternde Tatsache gestellt, daß ein Mann, ein bis dahin geachteter Arzt, aus seinem täglichen Leben gerissen und als Verbrecher abgestempelt wird.

Mit psychologischem Einfühlungsvermögen zeigt die Autorin das Verhalten dieser Menschen auf, die in eine ungewöhnliche Situation hineingestellt sind und schildert überzeugend den Kampf einer jungen Rechtsanwältin, die versucht, die Unschuld des Verurteilte zu beweisen. (Kurztext auf dem Vorsatzblatt)


Denken Sie an Oliver! Kriminal-Roman / A. E. Weirauch. Berlin: Aufwärts-Verlag, 1941. 94 S. (Der Dreißig-Pfennig-Roman, Bd 247)



SEKUNDÄRLITERATUR

Datenbank Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den Jahren 1933 bis 1945. www.dbkjlf.at


Fisch, Michael: Unglück einer unglücklichen Liebe: Anna Elisabet Weirauchs Roman "Der Skorpion". In: Ich bin meine eigene Frauenbewegung. Frauen-Ansichten aus der Geschichte einer Großstadt. Herausgegeben vom Bezirksamt Schöneberg/Kunstamt Schöneberg. Berlin: Edition Hentrich 1991, S. 93-95.


Hans, Anjeana Kaur. Defining Desires. Homosexual Identity and German Discourse, 1900-1933. Thesis (Ph. D., Dept. of Germanic Languages and Literatures). Harvard University, 2005.


Hermanns, Doris: Anna Elisabet Weirauch. Auf www.fembio.org


Schoppmann, Claudia: Ein Lesbenroman aus der Weimarer Zeit: Der Skorpion. In: Eldorado. Homosexuelle Frauen und Männer in Berlin 1850-1950. Geschichte, Alltag und Kultur. Berlin: Frölich und Kaufmann 1984, S. 197–199.


Schoppmann, Claudia: "Der Skorpion" Frauenliebe in der Weimarer Republik. Hamburg: Verlag Libertäre Assoziation, 1985. 81 S.



Weiß, Helene

>> siehe: Sander-Weiß, Hela (Pseudonym)



Winkler-Eyerle, Ursula J.

>> siehe: Eyerle, Usch (Pseudonym)



Znamen, Gardy

Geträumter Mord. Kriminal-Roman / Gardy Znamen. 2. Auflage. Frankfurt a.M.: Komet-Verlag, 1956. 252 S. (Verlags-Nr. 2) -- Erschien dort im selben Jahr auch unter dem Titel "Tötende Augen". -- Umschlagtext:

Der neueste Kriminalroman der genannten Autorin behandelt einen äußerst seltenen und spannenden Fall: Eine edle Dogge geht ein. Eine Frau im besten Alter stirbt plötzlich. Ein forscher Sportsmann kommt am Steuer seines Rennwagens ums Leben. Die Kirminalpolizei und die Ärzte glauben zuerst an Tod durch Herzschlag. Durch die Traumgesichte eines sensiblen, jungen Mädchenss werden die Todesfälle in ein anderes Licht gerückt. Mord lautet nun das Ergebnis der Untersuchungen. Durch ein tragisches Geschick, wird Daggy, - selbst ermordet. In meisterhafter Weise löst die Verfasserin das Rätsel der Todesfälle und die irdische Gerechtigkeit kommt zu spät, da sich der Täter selbst gerichtet hat. Wer dieses Buch beginnt, wird es nicht eher aus der Hand legen, bis er die letzte Seite gelesen hat.


Kriminalkommissar Willm Jansen brauchte nicht lange zu warten. Auf sein Klingeln erschien ein junges Mädchen im schwarzen Kleid und weißer Zierschürze und fragte nach seinen Wünschen. (Anfang von "Geträumter Mord" und vermutlich auch von "Tötende Augen".)


Tötende Augen. Kriminal-Roman / Gardy Znamen. Frankfurt: Komet-Verlag, 1956. 252 S. Erschien dort im selben Jahr auch unter dem Titel "Geträumter Mord".



Zur Mühlen, Hermynia

*12. Dezember 1883 Wien - 20. März 1951 Radlett, Hertfordshire / England.

Hermine Isabella Maria Viktoria Zur Mühlen, geb. Gräfin Folliot de Crenneville-Poutet.

Ausführlicher Eintrag >> https://www.krimifrauenlexikon.de/post/zur-mühlen-hermynia




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